Wenige Wochen ist es nun her, dass Google die beiden neuen Updates ausgerollt hat und sowohl Panda 4.1, als auch Pinguin 3.0 haben meiner Beobachtung nach bereits Auswirkungen auf die deutschen Suchergebnisse. Alle von mir verwalteten Seiten zeigen seit etwa zwei Wochen starke Schwankungen, wobei diese Websites aus den unterschiedlichsten Bereichen stammen (Weblogs, Online-Shops, Firmen-Websites). Heute erkläre ich, welche Auswirkungen die beiden unterschiedlichen Updates bewirken (können) und wie man einer Penalty oder Ranking-Verlusten entgeht.

Was sind Panda und Pinguin?

Google updatet seinen Suchmaschinen Algorithmus in unregelmäßigen Abständen, um die Suchergebnisse für den Nutzer besser zu gestalten, auf aktuelle Trends reagieren zu können und das Erkennen von Black-Hat SEO zu verbessern. Dabei unterscheidet Google zwei grundsätzlich verschiedene Updates, die zwar beide den Suchalgorithmus betreffen, jedoch einen unterschiedlichen Fokus haben. Manchmal betreffen einzelne Updates auch nur die englischsprachige Google-Suche, die beiden kürzlich erschienenen Neuerungen betreffen jedoch auch die deutsche Suchmaschine. Im Folgenden eine kurze Erklärung zu den beiden Update-Arten:

Das Google Panda Update wurde erstmals im Februar 2011 eingeführt, um Die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. Der Panda richtet sich in erster Linie gegen Websites mit zu wenigen Inhalten oder qualitativ schlechtem Content (sogenanntem „thin content“). Das erste Panda-Update, das ca. 12 % der Suchanfragen betraf, wurde Ende Februar 2011 ausgerollt, wobei die Änderungen auch hier wie bei allen Algorithmus-Updates mehrere Tage oder Wochen benötigen, um die volle Wirkung zu entfalten. Eine detaillierte Übersicht über kleinere und größere Panda-Updates findest du auf nBlogs von Pascal Horn.

Das Pinguin / Penguin Update, das in seiner Urform offiziell am 24.04.2012 aktiviert wurde, befasst sich mit überoptimierten Websites und Spam. Manipulationen wie Keyword-Stuffing, Cloaking (Erzeugen von Inhalten speziell für Suchmaschinen-Crawler), Linkkauf und mehr wurden über dieses Update aus den Suchergebnissen entfernt oder rankten nun bei weitem nicht mehr so stark wie vor dem Pinguin Update. Auch der Penguin versucht, Black-Hat-SEO nicht mehr als Ranking-Booster zu werten. Das erste Penguin-Update betraf etwa drei Prozent aller englischen Suchanfragen bei Google, der vor kurzem eingeführte Pinguin 3.0 löst nun seinen über ein Jahr alten Vorgänger ab. Auch zum Penguin findest du auf nBlogs detaillierte Informationen zu kleinen und großen Updates.

Der Google Hummingbird (Kolibri) ist ein weiteres Update aus der Google-Familie, das zwar nicht geupdatet wurde oder großen Einfluss auf die Suchergebnisse hat, der Vollständigkeit halber möchte ich es jedoch kurz erwähnen. Der Hummingbird wurde im dritten Quartal 2013 eingeführt und beeinflusst das Verstehen von Suchanfragen durch Google und betraf laut offizieller Aussage seitens Google zur Zeit seiner Einführung etwa 90% der globalen Suchanfragen.

Was tun bei Panda und Penguin?

SEOs, die nie Black-Hat betrieben haben, um die Rankings kurzzeitig zu boosten und keine Überoptimierung durchgeführt haben, haben in der Regel nichts zu befürchten. Websites, die über ein unnatürliches Linkprofil verfügen – egal ob eingehende Links oder ausgehende – sollten sich tunlichst darum bemühen, dieses zu bereinigen und Spamlinks zu entfernen. Google ist inzwischen relativ gut darin, themenfremde und gekaufte Links zu erkennen und wertet entsprechende Webseiten schnell ab, eventuell folgt sogar eine Penalty oder manuelle Maßnahme.

Hidden Content, also zum Beispiel weiße Farbe auf weißem Hintergrund, ist nie gut und sollte vermieden werden, vor allem in Zusammenhang mit Keyword-Stuffing, also dem Vollstopfen eines Textes mit Money-Keywords. Google erkennt diese Methoden zuverlässig, erst recht jetzt, da Google mittlerweile in der Lage ist, Websites selbst zu rendern und somit genau die Ausgabe zu erhalten, die ein normaler Website-Besucher erhält. Auch in den Meta-Angaben wie Titel und Description solltest du nicht einfach die favorisierten Keywords ohne Zusammenhang reinklatschen – Konzentriere dich auf das, was der Besucher von deiner Seite erwartet und wie du ihm einen Mehrwert bieten kannst, dann kommen die Google-Rankings (fast) von ganz alleine.

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Kommentare

  1. Sebastian

    Hallo Dominik,

    nach deinem Artikel ist mir nun klar, weswegen auf den Blogs von vielen SEOs ständig über die Updates diskutiert wird.
    Wenn ich also meine Texte alle selber schreibe und die Links ab und an mal aufbaue, habe ich wenig zu befürchten oder sollte man da trotzdem aufpassen?
    Wenn die Seite einmal gesperrt wurde war die ganze Arbeit umsonst, oder kann die in den Rankings wieder steigen?

    Beste Grüße

  2. TecReflex Article Author

    Hallo Sebastian,
    danke für deinen Kommentar.
    Grundprinzipiell hat man nichts zu befürchten, wenn man sich an die Google Webmaster Richtlinien hält – aber auch Google kann Fehler machen.
    Wenn eine Seite abgestraft wurde oder du eine manuelle Maßnahme erhalten hast, siehst du das in den Webmaster Tools, wo du nach getaner Aufräumarbeit einen „Reconsideration Request“ stellen kannst, also einen Antrag auf erneute Überprüfung durch Google.
    Nachdem dieser genehmigt wurde, sind PageRank und Rankings wieder hergestellt.

    LG

    1. Sebastian

      Hallo Dominik,

      vielen Dank für die schnelle Antwort! Also ist nicht zwingend die gesammte Arbeit umsonst gewesen, das beruhigt mich. Aktuelle denke ich nicht, dass meine Seiten von Google gesperrt werden, aber für den Notfall weis ich nun Bescheid.

      Besten Dank! 🙂

  3. Miriam

    Ich kann das mit den starken Schwankungen nur bestätigen. Eine Seite hat sich beim Ranking enorm gesteigert, obwohl sie nur über wenig Besucher verfügt und über Monate hinweg keinen frischen Content erhalten hat. Andere Seiten haben einen Schub erhalten, der aber wenig später wieder relativiert wurde.
    Bleibt abzuwarten, auf welchem Niveau sich das einpendeln wird…. Da ich kaum Linkaufbau betreibe und mich bemühe, vernünftige Artikel zu schreiben, hatten die Updates keine negativen Auswirkungen.
    Bin mal auf weitere Erfahrungen zu Panda und Pinguin gespannt 🙂

    1. TecReflex Article Author

      Hallo Miriam,

      danke für deinen Kommentar!
      Ich erwarte, dass die Schwankungen noch einige Wochen anhalten werden, erst dann wissen wir alle mehr. Aktuell schwanken die Rankings immer noch sehr, aber wenn du regelmäßig neue Artikel mit unique content verfasst und ein gutes Backlink-Profil hast, sollte keines der Updates ein Problem darstellen 🙂

      LG

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