Mindestanforderungen an das Webhosting für eine WordPress Website

WordPress ist bei den Anforderungen an das Webhosting relativ flexibel. Die ursprünglich für Blogger entwickelte Software nutzt für die Scriptausführung PHP und speichert die Websiteninhalte in einer Datenbank. Die folgenden, von WordPress.org empfohlenen Mindestanforderungen, sollten daher erfüllt werden:

  • PHP Version 7.2 oder höher
  • MySQL 5.6 (oder höher) oder MariaDB 10.0 (oder höher)
  • HTTPS-Unterstützung für SSL-Zertifikate
  • Nginx oder Apache Server mit mod_rewrite Modul

Hinzu kommen ein ausreichend großer Speicherplatz für die WordPress Software selbst und alle Daten sowie eine Reihe weiterer Empfehlungen und Funktionen.

Speicherplatz für WordPress Websiten

Der Speicherplatzbedarf der WordPress Software selbst beträgt nur wenige Megabyte. Der Inhalt der Website ist maßgebend für den Speicherplatzbedarf. Für eine im Westlichen textbasierte Website wie einen Blog sind nur wenig MB Speicherplatz erforderlich. Deutlich mehr Speicherplatz wird benötigt, wenn die Website zahlreiche Bilder und Videos enthält. Für E-Mail Konten, Plug-ins, Zugriffsprotokolle und Backups wächst der Speicherplatzbedarf zusätzlich. Für kleinere WordPress Projekte ist ein Speicherplatz von 1 GB ausreichend. Wenn abzusehen ist, dass im Laufe der Zeit weitere Websiten hinzukommen sollen, kann von Anfang an eine Reserve eingeplant werden. Verschiedene Hoster ermöglichen bei größer werdendem Speicherbedarf den kostenlosen Wechsel auf ein anderes Paket während der Vertragslaufzeit. Hier ist es möglich, mit einem kostengünstigen Paket zu beginnen und bei steigendem Bedarf auf ein anderes Paket oder einen eigenen Server umzusteigen.

Leistung des Hostingpaketes

Die Auswahl eines geeigneten Hostingpaketes richtet sich in erster Line nach dem für eine Website erwarteten Traffic. Bei einem Shared-Hosting-Paket teilen sich viele Websiten die Prozessorleistung und den Arbeitsspeicher eines physischen Servers. Die meisten Hoster geben an, wie viele Kunden sich einen Server teilen. Für kleine Blogs und Websiten mit nur wenigen Besuchern ist ein Shared-Hosting-Paket die günstigste Lösung. Für Websiten, die voraussichtlich viel Traffic generieren werden und für umfangreiche Projekte sind VPS (Virtual Private Server) oder Dedicated Server empfehlenswert. Ein VPS ist eine von Software erstellte Emulation eines physischen Servers innerhalb eines leistungsfähigen Host-Servers. Ein einzelner physischer Host-Server kann so konfiguriert werden, dass er mehrere virtuelle Server ausführt, von denen jeder sein eigenes Betriebssystem nutzt und Anwendungen ausführt sowie über dedizierte Ressourcen wie Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher verfügt. Dedicated Server sind physische Server, die von nur einem Kunden für die alleinige Nutzung gemietet werden. VPS und Dedicated Server sind zudem weitestgehend den eigenen Anforderungen entsprechend individuell konfigurierbar.

PHP Konfigurationen für WordPress Websiten

WordPress ist hauptsächlich in PHP programmiert. Um Webserver vor Missbrauch zu schützen, gibt es ein Zeitlimit für die Laufzeit eines PHP-Skripts, die „max_execution_time“. Wenn ein Skript das maximale Ausführungszeitlimit erreicht, führt dies zu einer Fehlermeldung. Gebräuchliche Einstellungen sind 30 Sekunden (max_execution_time 30) oder 60 Sekunden (max_execution_time 60). Eine weitere wichtige Einstellung für die PHP Konfiguration ist das Memory Limit (memory_limit). Das Memory Limit legt fest, wie viel Arbeitsspeicher ein Script für die Ausführung nutzen darf. Einer der Gründe, warum der PHP-Speicher begrenzt ist, besteht darin, sicherzustellen, dass eine Website die beim Shared Hosting zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht blockiert und die Ausführung anderer Websiten verlangsamt. 64 MB Memory Limit gelten als unterste Grenzen. Empfehlenswert sind 128 MB und für WordPress Multisites sollten es mindestens 256 MB sein.

E-Mails, SSD und andere für WordPress Websiten wichtige Leistungen

In der Regel besteht bei allen WordPress Hosting Angeboten die Möglichkeit, E-Mail-Adressen und E-Mail Postfächer einzurichten. Wichtiger, als die bloße Zahl der im Paket enthaltenen E-Mail-Adressen ist die Größe der Postfächer. 1 bis 2 GB Speicherplatz pro E-Mail Postfach sollten möglich sein. Bei VPS und Dedicated Servern kann der zur Verfügung stehende Speicherplatz in der Regel entsprechend den eigenen Anforderungen auf die Postfächer verteilt werden. Wichtig ist, dass E-Mails mit SSL/TLS verschlüsselt übertragen werden können, IMAP unterstützt wird sowie Spamfilter und Virenscanner zur Verfügung stehen.

Sollen mit WordPress Multisites mit eigenen Subdomains und nicht in Unterverzeichnissen eingerichtet werden, muss das Hostingpaket die Einrichtung von Subdomains ermöglichen. Bei vielen Anbietern kann eine unbegrenzt Zahl Subdomains eingerichtet werden.

Schnelle SSDs sind noch nicht bei allen Hostern Standard. Es sollte darauf geachtet werden, dass zumindest mehrere GB Speicherplatz für die Datenbank auf SSDs zur Verfügung stehen. Für Daten, die beispielsweise zum Download bereitgestellt werden, reichen HDDs, da hier die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten zweitrangig sind.

Die Unterstützung von HTTPS und die Nutzung von SSL-Zertifikaten sind heute unverzichtbar. Einerseits erhöht die verschlüsselte Datenübertragung das Vertrauen der Besucher in eine Website, andererseits kennzeichnen moderne Browser Seiten ohne HTTPS als unsicher und Google bevorzugt in den Suchergebnisse Seiten mit HTTPS. Das WordPress Hostingpaket sollte daher die Nutzung von SSL-Zertifikaten ermöglichen.

Ebenfalls wichtig, aber nicht bei allen Hostingpaketen vorgesehen, ist die Möglichkeit, zumindest einen FTP-Zugang einrichten zu können, um Daten auf den Webspace hochzuladen.

Server Standort

Der Serverstandort für das Hosting einer WordPress Website ist aus zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Für den Schutz der Daten und für die Ladegeschwindigkeit der Website. Aus Sicht des Datenschutzes ist ein Serverstandort in Deutschland am sichersten. Alternativ ist ein Standort innerhalb der EU empfehlenswert. Die EU-weit einheitliche Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) sorgt in Deutschland und im EU Ausland für gleich hohe Datenschutzstandards. Für kurze Ladezeiten sollten die Wege vom Server zu den Besuchern der Website so kurz, wie möglich sein. Das bedeutet, für Websiten, die vornehmlich Besucher aus Deutschland anziehen sollen, ist ein Serverstandort in Deutschland die beste Wahl. Für Besucher aus weiter entfernten Regionen kann ein WordPress CDN (Content Delivery Network) genutzt werden, um die Ladezeiten so kurz wie möglich zu halten.

Support vom Hoster

Welchen Support bietet der Hoster? Diese Frage wird bei auf den ersten Blick günstigen Hosting-Angeboten oft vernachlässigt. Wichtig sind dabei nicht nur die Möglichkeiten – FAQs, Foren, E-Mail- und Telefon-Support – die der Hoster für die Kontaktaufnahme anbietet. Wichtiger sind die Reaktionszeiten, innerhalb derer der Support bei Fragen und Problemen eine qualifizierte Antwort liefert. Viel mehr als einen halben Tag sollte eine Antwort auf eine Anfrage per E-Mail nicht auf sich warten lassen. Die Empfehlungen, Meinungen und Erfahrungen anderer Kunden liefern aufschlussreiche Anhaltspunkte, wie die Qualität und Zuverlässigkeit des Supports eines Hostinganbieters eingeschätzt werden kann.