SEO-Ratgeber
15. Linkbuilding

Der Begriff „Linkbuilding“ bezeichnet das manuelle Aufbauen von DoFollow-Backlinks zu einer Domain, um deren Reputation bei Google zu erhöhen, Traffic auf die Seite zu lenken und die Rankings damit zu steigern. Ein anderer Begriff für Linkbuilding ist auch „Linkaufbau“. Dabei unterscheidet man zwischen mehreren Arten des Linkaufbaus.

15.1 Aktiver Linkaufbau

Als aktiven Linkaufbau bezeichnet man alle Tätigkeiten, die dazu dienen, Backlinks zu einer Seite zu erhalten. Im Gegensatz zum passiven Linkaufbau werden beim aktiven Linkbuilding die Links von einem SEO selbst gesetzt. Dies kann zum Beispiel über Kommentare, Foren-Signaturen, Gastartikel, Spendenlisten oder ähnliches geschehen.

Eine gute Möglichkeit, aktiv qualitativ hochwertige Backlinks zu setzen, ist es, mit anderen Webmastern, SEOs und Bloggern zu kommunizieren und einfach um einen Backlink zu bitten, wenn die zu verlinkende Seite für die verlinkende Website, beziehungsweise für deren Besucher, einen Mehrwert bietet. Diese Möglichkeit des aktiven Linkaufbaus wird oft unterschätzt, allerdings kann sie sehr effektiv sein und ist mit relativ wenig Arbeit verbunden.

Eine weitere gute Möglichkeit, Backlinks aufzubauen, kann es sein, Gastartikel auf Blogs zu verfassen, die der eigenen Webseite thematisch nahe stehen. Gastartikel sollten dabei immer einen hohen Qualitätsstandard haben und natürlich auch äußerlich zum Stil der verlinkenden Webseite passen. Viele Webmaster sind gerne bereit, Gastartikel zu veröffentlichen und ein DoFollow-Backlink ist meist fester Bestandteil eines Gastartikels.

Früher war eine der beliebtesten und auch wirkungsvollsten Arten des Backlink-Aufbaus das Eintragen einer Webseite in Artikel- oder Website-Verzeichnisse. Diese Verzeichnisse haben oft mit DoFollow verlinkt und teilweise einen hohen PageRank innegehabt. Durch die Automatisierung dieses Prozesses mit Hilfe von Linkbuilding-Software und durch den Missbrauch dieser Linkbuilding-Methode hat diese Art des Linkaufbaus jedoch stark an Bedeutung verloren. Artikelverzeichnisse, Social Bookmarks und andere, vergleichbare Dienste sind heute kaum noch für den Aufbau von Backlinks relevant.

Linkkauf oder Linktausch waren lange Zeit gängige Praxis in der Suchmaschinen-Optimierung. Mitte 2014 wurden jedoch zahlreiche Websites und Linkkauf-Plattformen abgestraft, was dazu geführt hat, dass heute kaum noch Linkkauf betrieben wird. Linktausch, also das gegenseitige Verlinken von Websites funktioniert heute in begrenztem Maße immer noch und ist kein Black-Hat-SEO.

Um Linktausch Google-konform durchzuführen, sollten keine Sidebar- oder Footer-Links verwendet werden, sondern ausschließlich Links aus dem Fließtext auf themenrelevante Unterseiten der jeweils anderen Webseite gesetzt werden. Auf diese Weise bieten die Website-Betreiber den Besuchern einen Mehrwert.

Grundsätzlich ist aktives Linkbuilding mit viel Arbeit verbunden, teilweise bleibt diese Arbeit auch ohne Erfolg, allerdings lohnt sich aktiver Linkaufbau oft, denn die hierdurch generierten Verlinkungen sind in der Regel von hoher Lebensdauer, vermitteln hochwertigen Traffic und sind sehr stark. Hier gilt die Faustregel: Je schwieriger ein Link zu bekommen ist, desto positiver wirkt er sich auf die verlinkte Website aus.

15.2 Passiver Linkaufbau

Passiver Linkaufbau wird in der heutigen Suchmaschinenoptimierung auch Content-Marketing genannt. Dabei werden gute Inhalte erstellt, die anschließend auf sozialen Netzwerken und auf (anderen) Blogs beworben werden, um dann natürliche Backlinks zu erreichen. Diese Art von Backlink-Wachstum nennt man organisches Wachstum und ist die natürlichste aller Methoden zum Linkbuilding.

Da Backlinks aus passivem Linkaufbau freiwillig und organisch gesetzt werden, haben diese in der Regel eine sehr hohe Lebensdauer. Backlinks brauchen einige Zeit, bis sie ihre maximale Kraft entfalten und wenn während dieser Zeit Bestandteile der Links verändert werden, kann die Wirksamkeit des Links nachlassen – passiv entstandene Backlinks sind also von sehr hoher Qualität.

Das beste passive Linkbuilding ist das Führen eines regelmäßig gepflegten und Mehrwert bietenden Blogs. Beiträge und Artikel von Blogs eignen sich ideal für die Promotion auf sozialen Netzwerken, werden wesentlich häufiger von anderen Website-Betreibern verlinkt als Einzelseiten und ranken bei Google sehr gut. Passiver Linkaufbau sollte immer betrieben werden und geht Hand in Hand mit einer gepflegten Content-Strategie.

15.3 Ausgehende Links

Dass Linkgeiz, also das ausschließlich mit nofollow auf externe Websites verlinken, negative Folgen für die verlinkenden Seiten hat, dürfte mittlerweile bekannt sein. Doch auch wer mit follow auf andere Websites verlinkt, kann hier Optimierungen vornehmen, um das meiste aus den ausgehenden Links für die eigene Domain herauszuholen.

Ausgehende Links zeigen Google, welches Themengebiet die verlinkende Webseite zum Teil abdeckt, welche weiterführenden Informationen der Website-Betreiber seinen Besuchern zur Verfügung stellen möchte und mehr. Alleine auf Grund der Ankertexte kann Google seinen Algorithmus mit Daten füttern, die dann sowohl die verlinkte, als auch die verlinkende Webseite genauer einordnen und bewerten lassen. Wer also auf themenverwandte oder themennahe Blogs / Seiten mit dofollow verlinkt, tut damit auch seiner eigenen Seite einen großen Gefallen.

Wenn eine Webseite irgendwann einen Ranking-Einbruch zu verzeichnen hat und der erste Verdacht auf ausgehenden Linkspam fällt, sollten zunächst alle ausgehenden Links auf nofollow gesetzt werden. Nach einem Reconsideration-Request bleibt dann abzuwarten, ob dies wirklich die Ursache war. In den meisten Fällen jedoch kommen Webmaster nicht einmal in die Nähe der ausgehenden Link-Dichte, die für Google Linkspam darstellen würde.

15.4 Backlink-Profil

Das Backlink-Profil einer Webseite beschreibt die ganzheitliche Summe von Links, die zu der Seite führen, wobei nicht nur follow, sondern auch nofollow Links zu einem guten Backlink-Profil gehören und darin mit eingerechnet werden. Das Backlink-Profil ist dabei verantwortlich für die Errechnung des PageRank und einer der entscheidendsten Ranking-Faktoren in der modernen Suchmaschinenoptimierung.

Das wichtigste beim Aufbau, bzw. der Optimierung des Backlink-Profils, ist die Natürlichkeit. Google liebt nichts mehr als eine natürlich wirkende Backlinks-Struktur. Natürlich heißt dabei nichts anderes, als dass die Links auch angeklickt werden, nicht von Spam-Seiten kommen und so weiter. Eine kleine Auflistung der Anforderungen an ein perfekt optimiertes Backlinkprofil würde wie folgt aussehen:

  • Footer-Links: Keine
  • Sidebar-Links: Wenige
  • Kommentar-Links: Durchschnitt
  • Foren-Links: Durchschnitt
  • Artikel-Links: Unterer Durchschnitt

Nicht nur gute Links gehören also zu einer natürlichen Struktur, sondern auch Sidebar-Links und Forenlinks. Artikel-Links sind zwar in der Regel sehr stark, bei einem zu hohen Anteil an Backlinks, die aus dem Fließtext eines Beitrages kommen, erweckt dies jedoch leicht den Eindruck von Linkkauf, was von Google wiederum hart abgestraft wird und sich negativ auf die Rankings auswirken kann.

Die Backlink-Struktur wird natürlich auch immer von den verwendeten Ankertexten bestimmt. Eine gesunde und natürliche Backlinkstruktur hat sowohl Brand-, als auch Money- und Compound-Ankertexte. Ein Compound-Text ist eine Zusammensetzung aus mehreren Wörtern, in denen auch ein Keyword vorkommen kann, häufig werden Mid-Tail und / oder Long-Tail Schlüsselbegriffe als Compound-Anker verwendet.

Auch Bilder als Ankertexte kommen in einer guten Backlinkstruktur vor, allerdings ist es hier deutlich schwieriger für Google, die Relevanz des Links einzuschätzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, Bilder immer für die Verwertung durch Suchmaschinen-Crawler zu optimieren, also Titel-Tag, Beschreibungs- / Description-Tag und Alternativtext angeben. Aus diesen Angeben – und natürlich dem sonstigen textbasierten Kontext der Seite – schließt Google dann die Ankerart, sowie die Relevanz des Links für die verlinkende und die verlinkte Seite.

Im Idealfall besteht die Zusammensetzung der Ankertexte eines optimierten Backlinkprofils aus etwa 60 % Brand-Links, also Domain-Namen, Brand-Namen oder ähnliches. 30 % der Ankertexte entfallen auf Compound-Links und weitere 10 % auf Money- / Short-Tail Keywords. Bilder werden in diese drei Kategorien mit eingerechnet, basierend auf den Meta-Angaben der Dateien.

Die richtige Zusammensetzung aus nofollow und follow Links zu finden ist eine der Hauptaufgaben eine schwierige Aufgabe, denn zu viel oder zu wenig follow, bzw. nofollow Links, können der Seite Schaden zu fügen. Dies ist einer der Gründe, warum OffPage-Suchmaschinenoptimierung und Linkbuilding nur von qualifizierten SEOs durchgeführt werden sollte.

Grundsätzlich lässt sich kein Wert festlegen wie viel follow / nofollow Links schädlich sind; Außerdem muss man bei jedem Backlink auch zwischen den verschiedenen Website-Arten unterschieden. Während Business-Websites häufig Links von Kunden oder Zulieferern haben und diese dann follow sind, haben Blogs dank reger Tätigkeiten der Betreiber / Blogger auf anderen Blogs einen wesentlich höheren Anteil von nofollow Links im Profil.

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