SEO-Ratgeber
14. Linktypen

Backlinks unterscheiden sich sowohl in ihrem Auftreten, als auch in ihrem Ankertext und ihres Follow-Status. Im Folgenden werden die wichtigsten Linktypen erklärt, sodass du eine grobe Übersicht über die bestehenden Arten von Backlinks hast und erkennst, welche von diesen besonders wertvoll für die Suchmaschinenoptimierung sind.

14.1 Artikel-Links

Wie der Name schon richtig sagt, stammen Artikel-Links aus Artikeln oder Beiträgen von Blogs oder News-Websites. Dabei muss sich der Artikel-Link im Fließtext des Beitrages befinden, es reicht nicht aus, wenn er sich nur irgendwo auf einer Einzelseite befindet, die im großen und ganzen einen Beitrag darstellt. Beitrags-Links sind in der Regel mit dofollow versehen, sie vererben also den Linkjuice der verlinkenden Seite.

Ein Artikel-Link ist einer der wertvollsten Backlink-Typen überhaupt, was an mehreren Dingen liegt:

  • Artikel-Links sind schwer zu bekommen
  • Artikel-Links stehen oft relativ weit oben im (Fließ)text einer Einzelseite
  • Artikel-Links sind meistens dofollow

Wie bei allen Backlinks gilt auch hier die Regel: Je schwieriger ein Backlink zu bekommen ist, desto mehr ist er wert und desto besser ist er für die Reputation der verlinkten Seite. Die Position des Links innerhalb eines Dokuments ist ebenfalls sehr wichtig: Je weiter oben in einer einzelnen Unterseite der Link sich befindet, desto hochwertiger wird er von Google eingeschätzt. Auch der dofollow-Status, der eine Weitergabe des Linkjuice einer Website zur Folge hat, macht diesen Linktypen so enorm wertvoll für die Suchmaschinenoptimierung.

Dieser hohe Wert hat jedoch auch eine Schattenseite: Da Blogs allgemein als qualitativ hochwertige Linkgeber betrachtet werden, konzentrieren sich Linkkauf-Plattformen oft auf Artikel-Links, was dazu führt, dass Websites mit vielen ausgehenden dofollow-Artikellinks teilweise als Spam interpretiert werden können.

Dennoch sind Artikel-Links nach wie vor sehr beliebt in der SEO. Ein gutes Backlink-Profil hat immer einen kleinen Anteil an Beitrags-Links.

14.2 Sidebar-Links

Sidebar-Links sind Backlinks aus der Sidebar einer Webseite. Zwar ist zum Beispiel bei WordPress auch der Footer eine Art Sidebar, Google macht jedoch zwischen diesen beiden Inhaltssegmenten einen Unterschied, weshalb auch die Linktypen anders gehandhabt und eingeordnet werden müssen. Sidebar-Links kommen auf unterschiedlichem Wege zustande:

Die meisten Websites, die überhaupt über eine Sidebar mit Backlinks verfügen, sind Blogs. Hier werden zum Beispiel Kommentatoren oder befreundete / bekannte Blogger verlinkt, oft auch mit dofollow, was bei WordPress beispielsweise der Standard ist. Hier liegt ein großes Problem, denn Sidebar-Links werden von Google als nicht besonders hochwertig angesehen – was also mit der Blogroll machen?

Wenn man eine Blogroll, also eine Empfehlung von anderen Websites, einführen will, sollte dies über eine eigene Unterseite geschehen. Auf diese Weise werden dem Besucher nützliche Links zur Verfügung gestellt, die Sidebar wird nicht mit externen Links zugepflastert und Google erkennt das Thema der eigenen Website recht gut an den ausgehenden Links der Blogroll-Seite.

Sidebar-Links sind für ein Backlink-Profil nicht besonders wichtig und können beim Linkbuilding getrost vernachlässigt werden, da diese oft organisch entstehen.

14.3 Footer-Links

Footer-Links sind Backlinks, die aus dem Fußbereich einer Webseite stammen. Wie bereits erwähnt, handhabt WordPress den Footer-Bereich intern genau wie eine Sidebar, allerdings erkennt Google mit Leichtigkeit, was eine Sidebar und was ein Footer ist. Im Footer befinden sich neben Hinweisen zur Website selbst und rechtlichen Angaben wie Impressum, Datenschutzerklärung oder Allgemeine Geschäftsbedingungen teilweise auch eine kleine Blogroll oder Links zu anderen Web-Projekten des Website-Betreibers.

Links aus dem Footer einer Webseite sind allgemein betrachtet sehr wenig wert. Der Footer ist der letzte sichtbare Teil einer Website und wird auf Grund dessen von den Besuchern einer Seite nur selten überhaupt wahrgenommen, die Links weisen also geringe Klickzahlen auf, sollten mit nofollow gekennzeichnet sein und sind eher zur rechtlichen Absicherung der Seite gedacht.

Bei Footer-Links sollte man außerdem vorsichtig sein: Gehackte Seiten werden oft so manipuliert, dass im Footer dofollow-Links auf andere Websites zeigen. Im kleinen Stil dient dies der kurzfristigen Ranking-Steigerung der verlinkten Seite, im großen Stil der Abwertung der verlinkten Seite (was rechtlich übrigens unlauterer Wettbewerb und damit strafbar ist).

Auch wenn ein kleiner Anteil an Footer-Links zu einem natürlichen Backlink-Profil dazugehört und absolut unbedenklich ist, sollte man hier eher keinen aktiven Linkaufbau betreiben.

14.4 Kommentar-Links

Viele Blogs und News-Websites bieten den Besuchern unter jedem Artikel und jedem Beitrag eine Kommentar-Funktion, die es den Usern erlaubt, sich an einer Konversation zu beteiligen. Diese Kommentar-Funktionen verfügen in der Regel auch über ein Website-Feld, sodass der angegebene Name mit der Webseite des Kommentar-Autors verlinkt wird. Diese Art von Backlinks nennt man Kommentar-Links. Auch Kommentar-Links gehören zu einem natürlichen Linkprofil und da diese oft nofollow sind, spielt die Menge hierbei kaum eine Rolle.

Bei WordPress zum Beispiel sind Kommentare standardmäßig unter Beiträgen aktiviert, allerdings werden die Links hier bei den meisten WordPress-Themes als nofollow ausgezeichnet, um eine übermäßige und unkontrollierte Weitergabe des Linkjuice zu vermeiden. Auch Kommentar-Spam, der bei WordPress oft ein Problem ist, sollte durch diese Standard-Einstellung unter Kontrolle gebracht werden.

Kommentar-Spam war vor allem vor einigen Jahren ein großes Problem in der Suchmaschinenoptimierung, allerdings haben einige große Neuerungen dieses Problem weitgehend behoben: Zum einen gibt es für alle gängigen Content-Management-Systeme gute und kostenfreie Anti-Spam-PlugIns, die außerordentlich präzise arbeiten. Zum anderen werden durch Spam gepushte Websites mittlerweile innerhalb weniger Wochen oder Monate abgestraft, sodass Kommentar-Spam ohne Bots sich kaum noch lohnt.

Kommentare an sich sind in der SEO etwas sehr wertvolles, denn User-Generated-Content, also alle Arten von Inhalten, die vom Nutzer erstellt oder editiert werden können, gelten als Qualitätsmerkmal einer Webseite; Kommentare sollten also gefördert werden. Wer als Webmaster oder Blogger seinen Besuchern das Kommentieren schmackhaft machen möchte, kann über PlugIns die Kommentar-Links ab einer bestimmten Zeichenzahl auf dofollow stellen – meine persönliche Empfehlung!

14.5 DoFollow

Mittlerweile solltest du wissen, was ein DoFollow-Link bedeutet. Das rel=„dofollow“ Attribut bei einem Link gibt dem Suchmaschinen-Crawler zu verstehen, dass dieser Link von hoher Qualität ist, die verlinkte Seite eine Empfehlung an die Besucher der Seite darstellt und dass der Linkjuice weitergegeben werden soll.

Bis vor einigen Jahren waren alle Links DoFollow, was jedoch nicht immer im Sinne der Suchmaschinen-Nutzer war, weshalb 2005 von Google das nofollow-Attribut eingeführt wurde (später mehr dazu). Seit diesem Jahr steht es Website-Betreibern offen, auf welche Seiten der eigene Linkjuice verteilt werden soll und welche Links in die Berechnung der Qualität der verlinkten Seite mit einfließen sollen.

Dies führte zu einem Phänomen namens Linkgeiz, denn jeder Webmaster hatte plötzlich Angst, seinen PageRank und seine Rankings durch die massenhafte Weitergabe von Linkjuice zu verlieren. Dies hatte wiederum zur Folge, dass sehr viele Websites auch auf für die Besucher relevanten Websites mit nofollow verlinken und somit Google die Arbeit erschweren.

Dabei ist es ein großer Fehler, nur mit nofollow zu verlinken, was hauptsächlich an zwei Dingen liegt: Erstens ist dies absolut nicht natürlich. Zweitens schaut Google auch auf die ausgehenden Links, um die Qualität einer Website zu bestimmen und ausgehende dofollow-Links zeigen Google präzise, in welchem Themenbereich die verlinkende Seite angesiedelt ist.

14.6 NoFollow

Das nofollow-Attribut ist eine Anweisung im HTML Code, das Crawlern mitteilt, einen ausgehenden Link nicht in die Berechnung der Linkpopularität und damit auch in die Berechnung des PageRank der verlinkten Seite einfließen zu lassen. Üblicherweise werden Werbe-Links immer als nofollow ausgezeichnet.

Um einen internen oder externen Link einzeln als nofollow auszuzeichnen, wird einfach das „rel“-Attribut des Links mit nofollow versehen. Dies sieht in HTML dann folgendermaßen aus:

<a href=“http://www.schmidtfriends.de“ title=“Schmidt & Friends“ rel=“nofollow“>

Ursprünglich wurde die nofollow Anweisung von Google im Jahr 2005 eingeführt, um es Webmastern und Website-Betreibern zu ermöglichen, den Besuchern der Seite weiterführende Informationen bereitzustellen, ohne den eigenen Linkjuice unkontrolliert abfließen zu lassen. Auch sollten die Auswirkungen von Link-Spam abgemildert werden, was bei Content-Management-Systemen wie WordPress dazu führte, dass Kommentar-Links standardmäßig auf nofollow gesetzt sind.

Mittlerweile haben auch die anderen relevanten Suchmaschinen – wie Bing – das nofollow-Attribut anerkannt und deren Crawler nehmen auf die Anweisung Rücksicht.

Neben der Möglichkeit nur einen einzelnen Link mit nofollow zu versehen, gibt es auch die Möglichkeit pauschal alle Links mit Hilfe einer Meta-Angabe auf nofollow zu setzen. Diese Meta-Angabe im Seitenheader wird folgendermaßen umgesetzt:

<meta name=“robots“ content=“nofollow“ />

Die Verwendung von nofollow innerhalb der internen Linkstruktur ist nicht ratsam. Um eine möglichst gleichmäßige Indexierung aller Einzelseiten zu erreichen, sollten lediglich Seiten mit nofollow verlinkt werden, die nicht ranken sollen.

Rechtliche Pflichtangaben (Impressum, Datenschutzerklärung, AGBs, etc.) werden von vielen Webmastern durch Nofollow Links verlinkt. Ich würde dies jedoch nicht machen, da diese Seiten sehr viele Links innerhalb der Website sammeln und damit viel Linkjuice erhalten, den sie an andere Unterseiten weitergeben können. Damit diese Unterseiten nicht in den Suchmaschinen Index kommen solltest du einfach den Robots Meta Tag mit noindex, follow setzen.

14.7 Linkspam

Nach wie vor ist für Google die Linkpopularität einer Domain eines der wichtigsten Rankingsignale für eine Website, was dazu geführt hat, dass findige Website-Betreiber einfach massenhaft schwache Links zu einer Seite aufgebaut haben. Da vor wenigen Jahren die Anzahl der Links noch wichtiger war als deren Qualität, konnten die entsprechenden Webseiten sehr gute Rankings erzielen, ohne hochwertige Inhalte liefern zu müssen. Dieses Phänomen nennt man Linkspam.

Eingehender Linkspam

Eingehender Linkspam ist Spam, der über massenhaft dofollow-Backlinks zu einer Domain arbeitet. Diese Art von Spam kann sowohl per Hand als auch von einem Bot betrieben werden. Häufig werden hierfür Foren oder Kommentar-Sektionen genutzt, um Backlinks zu setzen. Auch das Hacken von Websites und die Platzierung eines Links im Footer der Seite ist möglich.

Heute ist Linkspam an sich kaum noch anzutreffen, denn Google straft entsprechende Webseiten sehr rigoros ab. Zwar funktioniert diese Methode auch heute noch, um eine Seite für kurze Zeit an die Spitze der Suchergebnisse zu pushen, allerdings können sich die Domains dort nur sehr kurz halten, bevor diese dann abrauchen und dann für die nächsten Jahre nicht mehr zu gebrauchen sind.

Auch eine Black-Hat-Methode im Zusammenhang mit eingehendem Linkspam existiert. Dabei werden massenhaft schlechte dofollow-Links zu einer Website eines Konkurrenten gesetzt, um diesen in den SERPs abzuwerten. Diese Methode der Black-Hat-Suchmaschinenoptimierung ist sehr schlimm, denn es ist kaum möglich, hier entgegenzuwirken. Bleibt die Attacke unentdeckt, kann ernsthafter Schaden an der Domain entstehen.

Die einzige Chance, einen Black-Hat-Angriff mit Linkspam abzuwehren, ist, entsprechende Links mit Hilfe eines Monitoring-Tools zu identifizieren und mittels des Google Disavow-Dienstes zu entschärfen. Das Problem bei eingehendem Black-Hat-Linkspam ist, dass dieser bei kleineren bis mittleren Seiten kaum entdeckt werden kann, da hier oft keine professionellen Programme eingesetzt werden, um die Backlink-Struktur zu überwachen.

Ausgehender Linkspam

Ausgehender Linkspam bedeutet, dass eine Webseite massenhaft mit dofollow auf externe Domains und IP-Adressen verlinkt, ohne auch eine entsprechend große Backlinkstruktur aufweisen zu können. Meist werden solche Domains sehr schnell abgestraft, denn diese dienen häufig dem Black-Hat-SEO. Ein ganz typisches Erkennungsmerkmal von Websites mit ausgehendem Linkspam ist die Existenz von massenhaft Link im Footer oder der Sidebar der Website.

Auch Links innerhalb des Fließtextes können zu Linkspam führen. Wenn in einem Text mit 400 Wörtern 20 mal ein Keyword vorkommt und jedes mal mit hartem Anker auf die selbe externe Seite verlinkt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Seite sehr bald deindexiert wird, genau so wie die verlinkte Seite.

Viele Unsicherheiten bezüglich ausgehendem Linkspam herrschen bei der Verwendung eines Blogrolls. Dieser wurde früher in der Sidebar einer Seite angebracht, allerdings sieht dies nach heutigen Maßstäben für Google sehr nach Spam aus, weshalb man lieber eine eigene Einzelseite mit empfehlenswerten dofollow-Links nach außen einrichten sollte. Dies hilft dabei, den weitergegebenen Linkjuice kontrollieren zu können und ausgehenden Linkspam zu verhindern.

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